FAQs Familie

Meine Eltern streiten sich ständig. Was kann ich tun?

Es kommt in den besten Ehen vor, dass gestritten wird, oft stecken da auch nur Kleinigkeiten dahinter. Du solltest auf keinen Fall davon ausgehen, dass du der Grund für die Streitigkeiten bist. Wenn dich die Situation so belastet, versuche ein Gespräch mit ihnen zu führen, indem du ihnen mitteilst, wie du dich fühlst, und ihnen deine Befürchtungen schilderst. Gelingt das nicht, könntest du ihnen einen Brief oder eine E-Mail schreiben, in dem du ihnen deine Gefühle und Ängste schilderst. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von young+direct sowie die Kinder- und Jugendanwältin können dich dabei unterstützen.

Meine Eltern verstehen mich nicht, schimpfen ständig mit mir und lassen mich nichts tun. Was kann ich machen?

Gestehe deinen Eltern das Recht zu, Fehler zu machen. Eltern haben keine Gelegenheit das Elternsein vorher zu üben. So wie du und jeder andere Fehler macht, machen Eltern auch viel falsch: Sie sind zu streng, zu beschäftigt, zu wenig da, zu viel da, zu launisch, zu … Eltern verstehen oft nicht, was du wirklich brauchst. Vielleicht gibt es jemanden in deiner Familie, einen Erwachsenen in deiner näheren Umgebung, dem du vertraust. Ein offenes Ohr für dich haben auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von young+direct sowie jene der Familienberatungsstelle. Auch wenn es anders scheinen mag: Deine Eltern lieben dich. Es ist nicht so, dass deine Eltern jeden Morgen mit dem Gedanken erwachen: „Wie kann ich meine Kinder heute am besten quälen?“ Die Motivation für ihr oft unverständliches Handeln ist genau das Gegenteil. Sie lieben dich und wollen, dass du glücklich bist, dass es dir gut geht.

Mein Kind ist 12 Jahre alt und hat sich verändert. Ich komme nicht mehr an ihn/sie heran, sie/er hört mir nicht mehr zu, hält sich nicht an die Regeln, was kann ich tun?

Ihr Kind befindet sich in der Pubertät, die eine turbulente Phase zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr kennzeichnet und Eltern, aber auch die Kinder selbst, vor große Herausforderungen stellt. Kinder verändern sich auf vielen Ebenen. Für Eltern ist es oft fast ein Schock, wenn Kinder aus dem, einst harmonischen Familienleben auszubrechen versuchen. Sie beginnen die Ansichten der Eltern in Frage zu stellen und orientieren sich immer mehr an Gleichaltrigen. Das alles ist normal, denn die Jugendlichen sind auf der Suche nach ihrer neuen Identität und entwickeln ein neues Selbstbewusstsein. Bewahren Sie Ruhe und finden Sie den Mittelweg zwischen Loslassen und Grenzen Setzen. Drängen Sie ihr Kind nicht zum Reden, sondern bieten sie sich einfach nur an. Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können, sind neben dem Psychologischen Dienst auch die Fachambulanz der EOS Sozialgenossenschaft sowie die Familienberatungsstelle.

Ich habe Zweifel und mache mir Sorgen um meine Schwester. Ich habe sie erwischt, wie sie sich im Badezimmer übergeben hat, nachdem sie eine ganze Tüte Chips vor dem Fernseher verdrückt hatte.

Sprich mit deinen Eltern oder einer Vertrauensperson offen über deine Besorgnis. Vielleicht hast du schon einiges über Essstörungen gehört und gelesen. Essstörungen sind ernst zu nehmende Erkrankungen, wobei das Essverhalten ein Hinweis sein kann. Teilen auch deine Eltern bzw. deine Vertrauensperson deine Sorge, kann eine professionelle Beratung zur Abklärung des Problems behilflich sein, um dann weitere Schritte gemeinsam zu finden. Für Hilfe kannst du dich an die EOS Fachambulanz, die Familienberatungsstelle oder den Psychologischer Dienst wenden.

Ich bin anders. Ich bin adoptiert. Ich gehöre nicht dazu? Wer bin ich?

Adoption kommt aus dem Lateinischen und heißt Annahme. Jeder möchte über seine Herkunft und seine Lebensgeschichte Bescheid wissen. Durch deine Adoption hast du eine besondere Lebensgeschichte. Daraus ergeben sich viele Fragen, die dich beschäftigen und auch nicht immer beantwortet werden können. Die Gespräche mit deinen Eltern können dir manche Fragen beantworten. Über alles reden kannst du zudem mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der folgenden Dienste: young+direct Familienberatungsstelle, Psychologischer Dienst, Sozialdienste, Kinder und Jugendanwaltschaft

Ich bin 12 Jahre alt und will nicht mehr bei meiner Mutter, sondern bei meinem Vater wohnen. Wie kann ich das erreichen?

Suche das Gespräch mit deinen getrennten Eltern, um herauszufinden, was sie von deiner Idee, von deinem Wunsch und von deinen Beweggründen halten. Es gibt auch eine rechtliche Grundlage. Frage deinen Eltern, ob sie darüber Bescheid wissen. Gelingt euch das Gespräch zu dritt nicht, können dich auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Familienberatung, der Kinder- und Jugendanwaltschaft sowie der Sozialdienste dabei unterstützen, eine Lösung zu finden.

Ich bin 14 Jahre alt und möchte nicht mehr zu meinem Vater. Ich möchte lieber mit meinen Freunden etwas unternehmen. Es gibt immer wieder großen Streit zwischen uns beiden. Was kann ich machen?

In der Pubertät wird der Wunsch, sich mit Gleichaltrigen zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen, immer größer. Es kann sein, dass dein Bedürfnis für deinen Vater ungewohnt ist und ihn verunsichert. Versuche dich mit deinem Vater neu abzustimmen und neue Vereinbarungen auszuhandeln. Stolpert ihr noch über Uneinigkeiten, versucht eine dritte Person miteinzubeziehen. Auch eine professionelle Hilfe (Familienberatung, Psychologischer Dienst, Sozialsprengel) kann euch eine Unterstützung geben.

Meine Familie kommt aus Marokko, meine Eltern lassen mich nicht ausgehen, aber alle meine Freundinnen und Mitschüler sind abends unterwegs. Was kann ich tun?

Laut Gesetz gibt es in Italien keine klare Regelung, die Eltern sind für ihre Kinder bis zur Volljährigkeit verantwortlich. Am besten bleibst du mit deinen Eltern im Gespräch, stellst ihnen deine Freunde und Freundinnen vor und im Idealfall auch deren Eltern. Es ist wichtig, dass ihr euch vertrauen könnt, deshalb müsst ihr klare Regeln vereinbaren, an die du dich auch hältst. Die Familienberatung oder die Koordinierungsstelle für Integration kann euch vermittelnd zur Seite stehen.

Meine Mama liegt viel im Bett, ist immer müde und hat keine Lust mehr, irgendwas zu unternehmen, auch höre ich sie oft weinen

Es ist ganz wichtig, dass du mit einem Erwachsenen oder den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Familienberatung oder des Psychologischen Dienstes darüber sprichst und mit deiner Sorge nicht alleine bleibst. Gemeinsam könnt ihr dann überlegen, was ihr machen könnt. Wichtig ist, dass deine Mama Hilfe bekommt. Sie tut sich im Moment vielleicht schwer, in sich selbst das Vertrauen zu haben, das Leben schaffen zu können.

Wo werde ich nach der Trennung meiner Eltern wohnen?

Bis zu deiner Volljährigkeit obliegt es deinen Eltern, deinen Wohnort bzw. Aufenthaltsort festzulegen. Dies gilt auch im Falle einer Trennung/Scheidung deiner Eltern. Bei einer einvernehmlichen Trennung/Scheidung vereinbaren deine Eltern gemeinsam, wo du wohnen wirst. Allerdings sollten sie dabei deine Interessen und Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren. Du sollst weiterhin jene Orte (z.B. Schule und Sportvereine) und Personen (z.B. Freunde, Verwandte) aufsuchen können, welche bis zur Trennung/Scheidung deiner Eltern ein wesentlicher Bestandteil deines Alltags waren. Häufig vereinbaren die Eltern, dass du mit jenem Elternteil, der vorwiegend das Sorgerecht ausübt, im elterlichen Haus bzw. in der elterlichen Wohnung verbleibst. Aber auch andere Modelle sind denkbar: Wenn es die wohnlichen Verhältnisse zulassen und deine Interessen dabei gewahrt bleiben, könnten deine Eltern beispielsweise vereinbaren, dass du abwechselnd eine Woche bei deinem Vater und eine Woche bei deiner Mutter wohnst. Sollten deine Eltern zu keiner einvernehmlichen Lösung über deinen Wohnort kommen, wird der Richter darüber entscheiden, wo und bei welchem Elternteil du dich nach der Trennung/Scheidung vorwiegend aufhalten wirst. In jedem Fall ist es jedoch sinnvoll, dass du den Austausch mit deinen Eltern suchst und ihnen bereits im Vorfeld deine Wünsche, Vorstellungen, Befürchtungen und Sorgen mitteilst. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht ausreichend gut durchsprechen kannst, dann schreib ihnen einen Brief oder eine E-Mail oder hole dir Hilfe bei einer Erwachsenen bzw. einem Erwachsenen, der oder dem du vertraust. Du kannst dich zudem an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle sowie jene von young+direct wenden.

Wofür wird die Unterhaltszahlung verwendet? Darf ich dabei mitentscheiden?

Deine Eltern haben die Pflicht, dich zu erhalten, auszubilden, zu erziehen und für dein Wohlergehen zu sorgen. Dies gilt auch dann noch, wenn sich deine Eltern trennen. Jener Elternteil, bei dem du nicht vorwiegend wohnst, ist dann verpflichtet, jenem Elternteil, bei dem du vorwiegend wohnst, einen finanziellen Beitrag zu bezahlen. Dieser Betrag kann von deinen Eltern einvernehmlich festgelegt oder auch vom Richter vorgegeben werden. Bei der Festlegung der Höhe der Unterhaltszahlung wird darauf geachtet, dass deine Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden. Die Unterhaltszahlungen gliedern sich in zwei Teilbereiche: Regelunterhalt: Darunter versteht man jenen Anteil der Unterhaltszahlung, der für die Aufrechterhaltung des Alltag ausgegeben wird (z.B. um die Miete, die Stromrechnung, die Lebensmittel, die Bekleidung zu finanzieren). Außerordentliche Spesen: Deine Eltern beteiligen sich, je nach finanziellen Möglichkeiten und je nach festgelegten Kriterien) an all jenen Spesen, die anfallen, wenn größere Anschaffungen für dich notwendig werden (z.B. Ankauf eines Computers), wenn Spesen für Ausflüge, für Sport oder für deine Aus- und Weiterbildung anfallen. Die Entscheidung, welche Anschaffungen notwendig und sinnvoll sind, obliegt deinen Eltern. Auch in diesem Falle ist es hilfreich, deine Eltern über deine Wünsche und Vorstellungen zu informieren, aber auch Verständnis dafür zu aufzubringen, dass nicht alle deine Wünsche finanziert werden können. In jedem Fall ist es jedoch sinnvoll, dass du den Austausch mit deinen Eltern suchst und ihnen bereits im Vorfeld deine Wünsche, Vorstellungen, Befürchtungen und Sorgen mitteilst. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht ausreichend gut durchsprechen kannst, können dich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle oder jene von young+direct unterstützen.

Wie kann ich mich verhalten, wenn meine getrennten Eltern einen neuen Partner/eine neue Partnerin haben?

Das Wichtigste vorneweg: Gebt euch gegenseitig Zeit, euch kennen zu lernen und einen Bezug zueinander zu finden. Der neue Partner bzw. die neue Partnerin wird niemals deinen Vater oder deine Mutter ersetzen können, was auch nicht in seinem/ihrem Interesse sein wird/sein soll. Deine Eltern bleiben beide immer deine Eltern. Auch wenn du den neuen Partner gerne hast, begehst du damit keinen Verrat an der Liebe zu deinem Vater oder deiner Mutter. Du wirst für beide Elternteile die Nummer 1 bleiben, weshalb du auch nicht eifersüchtig auf die neuen Partner zu sein brauchst. Bei Schwierigkeiten ist es jedoch sinnvoll, dass du den Austausch mit deinen Eltern suchst und ihnen deine Wünsche, Vorstellungen, Befürchtungen und Sorgen mitteilst. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht ausreichend gut durchsprechen kannst, dann schreib ihnen einen Brief oder eine E-Mail oder hole dir Hilfe bei einer Erwachsenen bzw.einem Erwachsenen, der oder dem du vertraust. Du kannst dich zudem an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle sowie jenen von young+direct wenden.

Muss ich mich an Regeln halten, die mir der neue Partner/die neuen Partnerin meiner Mutter/meines Vaters vorgibt?

Im Grunde ist es so, dass der neue Partner deiner Mutter/die neue Partnerin deines Vaters nicht erziehungsberechtigt ist und die Verantwortung für dich bei deinen Eltern liegt. Ein Elternteil kann der neuen Partnerin/dem neuen Partner jedoch, zum Beispiel in seiner Abwesenheit, bestimmte Aufgaben übertragen, an die du dich halten musst. Wichtig ist, dass dies gemeinsam, auch zusammen mit dir, besprochen wird und du dich respektvoll verhältst. Es ist in jedem Fall sinnvoll, dass du den Austausch mit deinen Eltern suchst und ihnen deine Wünsche, Vorstellungen, Befürchtungen und Sorgen mitteilst. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht ausreichend gut durchsprechen kannst, dann schreib ihnen einen Brief oder eine E-Mail oder hole dir Hilfe bei einer/einem Erwachsenen, dem/der du vertraust. Du kannst dich zudem an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle sowie jenen von Young+Direct wenden.

Dürfen mir meine Eltern den Umgang mit älteren Freunden verbieten?

Grundsätzlich können die Eltern - solange du minderjährig bist – einen Einfluss auf deine Lebensweise und auch auf deine Freundschaften ausüben. Sie sind nämlich für deine Erziehung und Sicherheit verantwortlich. Für ein Verbot sollte aber eine wirkliche Gefahr vorliegen. Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn ein/e Freund/in dich zum Konsum von Drogen verführt, dich zum Schule Schwänzen verleitet oder dich sexuell zu etwas drängt. Die Eltern dürfen dir den Umgang nicht nur deshalb verbieten, weil sie deine Freunde einfach nur nicht mögen. Oft möchten Eltern auch nur, dass du dich mit Gleichaltrigen triffst. Sie sind auf einem ähnlichen Entwicklungsstand, gehen in dieselbe Klasse und machen ähnliche Erfahrungen mit der Pubertät. Bei älteren Freunden, vor allem wenn sie schon einige Jahre älter sind, könnten da schon andere Themen aktuell sein, für die du dich vielleicht noch nicht reif genug fühlst. Wahrscheinlich haben deine Eltern da Bedenken, darum solltest du mit ihnen darüber reden. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht alleine ausreichend gut durchsprechen kannst, dann schreib ihnen einen Brief oder eine E-Mail oder hole dir Hilfe bei einer/einem Erwachsenen, dem/der du vertraust. Du kannst dich zudem an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle sowie jenen von young+direct wenden.

Wer ist für meine Pflege und Erziehung verantwortlich?

Deine Mutter und dein Vater sind im Regelfall die Erziehungsberechtigten und tragen die volle Verantwortung für deine Erziehung und dein Wohlergehen. Der Sozialdienst hat den Auftrag, über den Schutz der Kinder zu wachen. Wenn Eltern gegen deine Interessen handeln, deine Rechte missachten und nicht bereit oder in der Lage sind, drohende Gefahren abzuwehren, sind die Mitarbeiter des Sozialdienstes verpflichtet dich zu schützen, zur Not auch gegen den Willen deiner Eltern.

Ich habe mich eigentlich für eine Berufsschule entschieden, meine Eltern sind mit meiner Entscheidung aber nicht einverstanden und möchten, dass ich eine Oberschule besuche. Was kann ich tun?

Das ist eine schwierige Situation für dich. Du hast eigentlich ein klares Ziel vor Augen, jedoch teilen deine Eltern dieses Ziel nicht mit dir und unterstützen dich nicht in deiner Entscheidung. Grundsätzlich ist es dein Recht, deinen beruflichen Weg selbst zu entscheiden. Die Frage stellt sich nur, wie es in der Praxis aussieht, wenn du nicht die Unterstützung deiner Eltern hast. Deshalb ist es hilfreich, (noch einmal) das Gespräch zu suchen. Wisst ihr voneinander, warum der jeweils andere eine andere Schule bevorzugt? Weißt du, warum deine Eltern gerne hätten, dass du auf eine Oberschule gehst? Und wissen deine Eltern, warum du dich für die Berufsschule entschieden hast? Was genau stört sie an deiner Entscheidung? Was genau stört dich an ihrem Vorschlag? Vielleicht kann es euch im Gespräch gelingen, die jeweils andere Seite besser zu verstehen, und vielleicht entstehen dadurch auch neue Sichtweisen – auf beiden Seiten. Vielleicht gibt es auch eine Kompromisslösung, die lauten könnte: Du hast 1 Jahr Zeit, die gewählte Schule und deren Vor- und Nachteile kennenzulernen, und nach diesem Jahr fällt die definitive Entscheidung, welcher schulische bzw. berufliche Weg es werden soll. Wenn du das Gefühl hast, dass du das Thema mit deinen Eltern nicht alleine ausreichend gut durchsprechen kannst, dann schreib ihnen einen Brief oder eine E-Mail oder hole dir Hilfe bei einer/einem Erwachsenen, dem/der du vertraust. Du kannst dich zudem an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel, der Familienberatungsstelle sowie jenen von young+direct wenden.

Ich bin 16 und meine Eltern lassen mich nur bis 23 Uhr ausgehen, ein Thema, über das wir ständig streiten. Gibt es eine Regelung?

Es gibt in Italien keine gesetzliche Regelung der Ausgehzeiten für Minderjährige. Deshalb entscheiden grundsätzlich die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten, wann du heimkommen bzw. wie lange und wo du dich aufhalten darfst. Wenn du bei Freunden übernachten willst, dann darfst du das nur mit der Erlaubnis der Eltern. Das Zivilgesetzbuch sieht ausdrücklich vor, dass Minderjährige das Elternhaus nicht dauerhaft verlassen dürfen. In einem solchen Fall haben die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, die Kinder zurückzuholen, gegebenenfalls auch mit der Hilfe des Jugendgerichtes. Manchmal hilft es, mit jemandem über das Thema zu reden. Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Young+Direct kannst du gerne schreiben.

Was steht mir beim Tod meiner Eltern bzw. eines Elternteiles zu?

Unterschieden wird zwischen gesetzlicher und testamentarischer Erbfolge. Im ersten Fall liegt kein Testament vor und der Gesetzgeber bestimmt, wer zu welchem Anteil zur Erbschaft berufen ist (z.B. im Todesfall des Vaters einer 4-köpfigen Familie erben die Ehefrau ein Drittel und die beiden Kinder ebenso jedes ein Drittel). Bei der testamentarischen Erbfolge hat der Erblasser in seinem Testament bestimmt, wem was zufallen soll. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Kinder und der Ehepartner Pflichterben sind, d. h. unabhängig vom Inhalt des Testamentes steht ihnen das Recht zu, einen gewissen Anteil (= Pflichtteil) zu erben. Dieses Recht kann auch gerichtlich eingefordert werden. Jedes Kind ist erbberechtigt, unabhängig davon, ob es ehelich oder nicht ehelich ist. Wenn Minderjährige zur Erbschaft berufen sind, kann eine Vormundschaft beim zuständigen Landesgericht eröffnet werden, um die Erbschaft anzunehmen und das Vermögen zu verwalten. Beratung dazu bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel.

Seit unserer Trennung hat unser Kind zunehmende Schwierigkeiten in der Schule. Was können wir dagegen tun?

Kinder reagieren oft sehr empfindlich auf Schwierigkeiten in der Familie. Die Trennung bedeutet für Kinder meist eine Krise, die verschiedenste Gefühle und Reaktionen hervorruft. Oft werden die Gedanken des Kindes von Angst und Sorgen beherrscht, so dass es sich nicht mehr auf die Schule konzentrieren kann.
Eltern sollen in solchen Situationen den Klassenlehrer miteinbeziehen und brauchen dabei auch keine Angst zu haben, dass intime Familiendetails nach außen getragen werden, da die Lehrperson unter Schweigepflicht steht. Nur wenn die Lehrpersonen über die wichtigsten familiären Probleme informiert sind, können sie das Verhalten des Kindes richtig einordnen und es gezielt unterstützen.
Wichtig ist vor allem aber auch, dass Eltern ihrem Kind vermitteln, dass sie trotz Trennung für es da sind und unterstützen. So können sie ihr Kind auch aktiv dabei begleiten, sich auf die Schule vorzubereiten oder auch bei Bedarf einen Nachhilfeunterricht zu organisieren.
Abwertung und Drohung mit Konsequenzen ist der falsche Weg.

Mein 12jähriger Sohn hat sich ohne mein Einverständnis und ohne mein Wissen mit dem Geld aus der Haushaltskassa eine Playstation gekauft. Was kann ich tun?

Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren sind laut Rechtsauffassung unmündige Minderjährige und demnach nur beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass sie nur „Taschengeldgeschäfte“ (z. B. Kauf von Büchern oder CDs) ohne Zustimmung der Eltern tätigen können.
Schließt der Jugendliche ohne Zustimmung der Eltern ein größeres Geschäft ab, so ist dieses erst dann wirksam, sobald die Eltern innerhalb einer angemessenen Frist die Zustimmung dazu geben. Ansonsten ist das Geschäft von Anfang an ungültig, was zur Folge hat, dass der Verkäufer die Playstation zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten muss.

Wir machen uns Sorgen, denn unser Kind ist zurzeit auffallend und grundlos niedergeschlagen und apathisch. Was können wir tun?

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind an einer Depression leidet, sollten Sie sich mit dem Umfeld des Kindes austauschen: Beobachtungen von Erziehern, Familienangehörigen und/oder Lehrern können zum Erkennen einer Depression beitragen.
Unterstützung und Hilfe finden Sie bei den verschiedenen Familienberatungsstellen im Land oder in den Fachambulanzen für psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter. Dort arbeiten Psychologen und Psychiater, die helfen können, Aufschlüsse über das Verhalten Ihres Kindes zu geben.
Ist von Fachleuten eine Depression diagnostiziert worden, sollte Ihr Kind eine sofortige psychotherapeutische Begleitung erhalten. In der Psychotherapie steht die Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit im Vordergrund. In einer Spieltherapie etwa werden Ausdrucks- und Verhaltensweisen erprobt, die langfristig zu Lösungsstrategien in Krisenfällen führen.
Eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva wird bei Kindern eher selten und nur in Extremfällen von schweren Depressionen (mit Suizidgedanken und -versuchen) durch den Facharzt eingesetzt.

Seit unserer Trennung verhält sich unser Kind widerspenstig und weigert sich täglich Dinge zu tun. Was kann ich tun?

Die Zeit der Trennung ist für Kinder und Jugendliche eine intensive Zeit, die sie oft aus dem Gleichgewicht bringt. Es bedeutet für sie Abschiednehmen von Gewohnheiten, die Beziehungen innerhalb und außerhalb der Familie müssen geklärt und neu gestaltet werden. Im Durchschnitt dauert dies ungefähr zwei Jahre. Ihr Bemühen, mit der veränderten Familiensituation fertig zu werden, kann ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Diese legen sich meist nach einigen Monaten wieder. Sollten diese „besonderen“ Verhaltensweisen längerfristig bestehen bleiben, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Kinder sich in der neuen Lebenssituation noch nicht zurechtgefunden haben.
Diese Reaktionen können auch erst in größerem Abstand zur effektiven Trennung auftreten oder sich zusätzlich verstärken. Zu Unrecht hat dann manchmal der überwiegend erziehende Elternteil das Gefühl, versagt zu haben, oder man sieht die Ursachen dieser Reaktionen in den Kontakten des Kindes mit dem außer Haus lebenden Elternteil.
Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können, sind vor allem die Familienberatungsstelle, die EOS Fachambulanz und der Psychologische Dienst.

Unser 10-jähriger Sohn verbringt total viel Zeit mit dem Handy. Was können wir tun?

Meist kennen sich die Kinder bereits im Grundschulalter besser am PC und am Handy aus als ihre Eltern. Viele Eltern erleben es mit Sorge bzw. sind ein wenig überfordert, wenn das Kind jeder freie Minute am Smartphone hängt. Ohne Handy scheint der Alltag der Kinder und Jugendlichen nicht mehr vorstellbar. Über das Handy läuft ein großer Teil der Kommunikation ab, die Jugendlichen telefonieren, verschicken Textnachrichten, surfen. Jugendliche bekommen durch das Handy eine gewisse Eigenständigkeit und Freiheit. Sie können mit den Eltern und Freunden flexibel und kurzfristig Dinge ausmachen und sich organisieren, jederzeit Informationen holen, Zugfahrpläne checken u.s.w.
Es ist sinnvoll, gemeinsam mit dem Kind einen Plan und Regeln für die Nutzung des Handys zu erstellen. Diese Regeln können auch schriftlich festgehalten werden. Solche Regeln könnten beispielsweise sein: Kein Handy bei Mahlzeiten, Schulaufgaben, im Unterricht; nachts wird das Handy ausgeschaltet und immer einem Elternteil übergeben; der Sonntag ist handyfrei; offene und klare Kommunikation zwischen Eltern und Kindern über den Handygebrauch und die Internetnutzung; Sicherheitseinstellungen gemeinsam mit dem Kind besprechen und installieren.
Anlaufstelle für Fragen und Tipps sind die Familienberatungsstelle, das Elterntelefon, die EOS Fachambulanz, der Psychologische Dienst.

Meine Eltern/Schwiegereltern mischen sich in die Erziehung meiner Kinder ein. Das stört mich. Wie kann ich damit umgehen?

Durch die Geburt eines Kindes werden die Rollen des Familiensystems neu verteilt. Kinder werden zu Eltern, Eltern werden zu Großeltern und der Familienclan rückt meist näher zusammen, da Familie wieder eine neue Bedeutung erfährt. Oft unterstützen Großeltern die Eltern in der Kinderbetreuung - eine Einmischung in die Kindererziehung ist fast vorprogrammiert ...
Dieses Einmischen ist meist Ausdruck dafür, wie wichtig das Kind den Großeltern ist. Die Erziehungsverantwortung liegt klar bei den Eltern und nicht bei den Großeltern. Es ist wichtig, dass bei ersten Konflikten gleich ein Gespräch zwischen Eltern und Großeltern gesucht wird, um zu klären, was den Eltern in der Erziehung der Kinder wichtig erscheint. Das Gespräch in Ich-Botschaften zu führen, kann sehr hilfreich sein.
Kinder profitieren von ihren Großeltern und daher kann es von Vorteil sein, wenn die Eltern den Großeltern Kompromisse anbieten. So können die Großeltern ihren Wunsch, dem Kind etwas Gutes zu tun, vernünftig umsetzen. Es gibt jedoch Erziehungsfragen, bei denen keine Kompromisse gemacht werden sollten, und diese können die Eltern in Absprache mit den Großeltern klar vereinbaren (Beispiele dafür: Kinder fahren nur mit Kindersitz im Auto mit, nicht zu viele Süßigkeiten, nicht zu viel Fernsehen...). Eine tolle Homepage dazu ist www.elternwissen.com. Anlaufstelle für Fragen und Tipps ist die Familienberatungsstelle aber auch das Elterntelefon.

Der Vater meines Kindes und ich haben uns bereits vor der Geburt des Kindes getrennt. Er hat bisher keinen Kontakt zu ihm und hat es auch nicht anerkannt. Was kann ich tun, wenn ich eine Anerkennung in die Wege leiten möchte?

Die Anerkennung des Kindes bewirkt für den Elternteil die Übernahme aller Rechte und Pflichten. Während die Anerkennung bei verheirateten Eltern automatisch erfolgt (es genügt die Anmeldung der Geburt bei der Gemeinde durch einen Elternteil), ist in den anderen Fällen eine ausdrückliche Anerkennung beider Eltern notwendig (z. B. bei der Gemeinde). Erfolgt die Anerkennung nicht „freiwillig“, kann jeder Elternteil oder auch das Kind die Vater- oder Mutterschaft gerichtlich feststellen lassen, d. h. es wird ein eigenes Gerichtsverfahren zwecks Anerkennung der Vater- oder Mutterschaft eingeleitet. Das Verfahren unterliegt keiner Frist. Beweise können mit allen Mitteln geboten werden, wobei als die zuverlässigsten sicherlich der Gentest oder die Blutanalyse gelten. Diese können aber auch unabhängig von einem Gerichtsverfahren durchgeführt werden. Bei weiteren Fragen können Sie sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel wenden.

Habe ich das alleinige Sorgerecht, wenn unsere Kinder seit der Trennung bei mir leben?

Wenn Sie bei der Geburt des Kindes mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner bereits zusammenleben, haben Sie unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht, gemeinsames Sorgerecht. Wird die Ehe getrennt/geschieden oder die Beziehung gelöst, bleibt das gemeinsame Sorgerecht auch weiterhin aufrecht, außer es sprechen schwerwiegende Gründe dagegen. Mit dieser Regelung wollte das Gesetz Nr. 54 von 2006 bewusst beiden Elternteilen mehr Verantwortung übertragen und erwirken, dass bei der Regelung des Umgangsrechtes speziell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingegangen wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel können Ihnen dazu genauere Informationen geben.

Meine Frau und ich sind seit Kurzem getrennt. Sie möchte nun, dass ich Unterhalt für meine Kinder bezahle. Bin ich dazu verpflichtet? Was passiert, wenn ich keinen Unterhalt bezahle?

Alle Eltern haben, unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder waren oder nicht, ihren anerkannten Kindern gegenüber eine Unterhaltsverpflichtung. Der Elternteil, der finanziell stärker ist bzw. sich weniger um die Kinder kümmern kann, ist verpflichtet, einen Unterhalt zu bezahlen. Wichtig ist es, den ordentlichen Unterhaltsbeitrag (= monatlicher Fixbetrag) vom außerordentlichen Unterhaltsbeitrag zu unterscheiden, dessen Inhalt genau definiert werden soll. Die Höhe des Unterhaltsbeitrages hängt nicht nur von der Vermögenssituation der Eltern, sondern auch von den Bedürfnissen des Kindes ab. Grundsätzlich ist der Unterhalt ab Geburt bzw. ab Trennung/Scheidung/Auflösung der Beziehung bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit des Kindes (also nicht nur bis zur Volljährigkeit) geschuldet. Alle Zahlungsverpflichtungen werden bei verheirateten Paaren im Zuge der Trennung oder Scheidung vereinbart, bei nicht verheirateten Paaren mittels einer richterlichen Verfügung (Landesgericht oder Jugendgericht) festgesetzt oder, unter Umständen, auch privatrechtlich vereinbart. Alle getroffenen Verfügungen und Vereinbarungen gelten immer nur bei gleich bleibenden Lebensumständen. Wenn sich die Umstände ändern, kann in der Folge auch eine Abänderung beantragt werden. Wird eine Zahlungsverpflichtung zur Gänze oder auch nur teilweise nicht eingehalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
• Anweisung an Dritte/Gehaltspfändung: Der Unterhalt wird vom Arbeitgeber vom Gehalt des Schuldners einbehalten und direkt an die Begünstigte bzw. den Begünstigten überwiesen.
• Immobiliar- oder Mobiliarpfändung: Falls Unterhaltsbeiträge nicht bezahlt werden, können eine Liegenschaft oder auch andere bewegliche Güter, die im Eigentum des Schuldners stehen, gepfändet und in der Folge versteigert werden, um mit dem Erlös die Schuld zu tilgen.
• Strafanzeige bei den Carabinieri oder der Polizei wegen nicht bezahlter oder unregelmäßig bezahlter Unterhaltsbeiträge.
• Gang zur Unterhaltsvorschussstelle: Voraussetzung für den Anspruch ist ein Vollstreckungstitel, in dem der Unterhalt festgelegt ist, und der Nachweis der versuchten Vollstreckung in Form einer zugestellten Leistungsaufforderung. Eine Einkommensgrenze ist zu berücksichtigen. Zuständig ist der Sozialsprengel der Bezirksgemeinschaft, wo auch weitere Informationen eingeholt werden können.
• Beginn einer Mediation, damit die Parteien mit Hilfe einer außenstehenden Person eine für alle akzeptable Lösung ausarbeiten. Mediation wird mittlerweile auch in vielen Beratungsstellen angeboten.
Für weitere Informationen können Sie sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel wenden.

Mein Mann und ich haben uns getrennt, einer von uns beiden wird aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Welches Recht haben die Kinder?

Um den Kindern verheirateter und nicht verheirateter (aber zusammenlebender) Eltern die Trennung zu erleichtern, steht den Kindern und dem Elternteil, der sich hauptsächlich um die Belange der Kinder kümmert und mit welchem die Kinder vorwiegend zusammenleben, das Recht zu, die Wohnung, in der die Familie bis zu diesem Zeitpunkt gemeinsam gewohnt hat, auch weiterhin zu bewohnen. Steht die Wohnung im Eigentum eines oder auch beider Ehegatten gemeinsam, kann das Wohnrecht im Grundbuch eingetragen werden. Handelt es sich um eine Mietwohnung, kann der Mietvertrag auf den anderen Elternteil umgeschrieben werden. Laut Familienrecht darf der Elternteil, welcher zum Großteil mit der Erziehung/Obsorge der Kinder betraut ist, in der ehemaligen gemeinsamen Wohnung bleiben, bis die Kinder volljährig sind und die wirtschaftliche Selbständigkeit erreicht haben. In diesem Fall kann der getrennte Elternteil Wohngeld beantragen. Zieht hingegen die Mutter oder der Vater mit den Kindern aus der gemeinsamen Wohnung aus, kann über die Mieterservicestellen Bozen, Brixen und Meran ein Wohngeld angefordert- bzw. der Antrag auf eine Sozialwohnung gestellt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel können Ihnen dazu genauere Informationen geben.

Wie ist das Prozedere, wenn man um Unterhaltsvorschuss ansuchen möchte?

Seit 2004 gibt es die Unterhaltsvorschuss-Stelle zum Schutz von minderjährigen Kindern. Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben Personen, denen ein minderjähriges Kind anvertraut ist, für das der nicht sorgeberechtigte Elternteil keinen Unterhalt bezahlt. Weiters braucht es eine über eine Anwältin/einen Anwalt gesetzlich zugestellte Leistungsaufforderung. Eine weitere Grundvoraussetzung, damit um Unterhaltsvorschuss angesucht werden kann, ist der ständige Aufenthalt und Wohnsitz des Antragstellers und der minderjährigen Kinder für 5 Jahre. Die Anfrage für Unterhaltsvorschuss ist nicht rückwirkend möglich, sondern nur innerhalb 20. des jeweiligen Monats. Der Unterhaltsvorschuss läuft bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Eltern können, um zum erforderlichen Rechtstitel zu kommen, um kostenlosen Rechtsbeistand (Prozesskostenhilfe) ansuchen. Dafür gibt es eine Einkommensgrenze. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel können Ihnen dazu genauere Informationen geben.

Ich bin eine alleinerziehende Mutter. Das Wohlergehen meiner Kinder liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte sie zu eigenständigen, zufriedenen und starken Kindern erziehen, weiß aber nicht, wie ich das schaffen soll.

Kinder aus Ein-Eltern-Familien sind aus finanziellen und emotionalen Gründen statistisch gesehen in vielerlei Hinsicht stärker gefährdet als als Kinder aus Zwei-Eltern-Familien. In erster Linie gilt: Starke Eltern – Starke Kinder. Der Leitsatz sollte daher immer sein: Wie geht es mir – wie kann ich mir und meinem Kind Gutes tun? Denn wenn es der Mutter bzw. dem Vater gut geht, spürt das sofort auch das Kind. Im westeuropäischen Denken werden Kinder leider häufig als Belastung und nicht als Bereicherung betrachtet. Dieses Problem zeigt sich bei Alleinerziehenden verstärkt, da sich die tatsächlich vorhandene Belastung nur auf eine Person konzentriert. Es ist für das Selbstwertgefühl von Eltern und Kindern wichtig, das Leben zusammen zu genießen und das Denken nicht nur um Probleme kreisen zu lassen. Es tut gut, die Energien nicht in „alte“ Kämpfe fließen zu lassen, sondern selbstbewusst ein neues Leben aufzubauen und sich dabei stark zu fühlen. Um das zu erreichen, ist es nötig, vom absoluten Anspruch auf Gerechtigkeit loszulassen und positiv in die Zukunft zu schauen. Zu diesem Thema gibt es verschiedene Fortbildungen, welche auch präventiv in Anspruch genommen werden können. Bei Schwierigkeiten im emotional-seelischen Bereich bieten Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Psychologischen Dienstes ihre Unterstützung an.

Eltern bleiben trotz Trennung?

Für das Kind ist es am wünschenswertesten, wenn ein regelmäßiger und zuverlässiger Kontakt zu dem getrennt lebenden Elternteil besteht. Häufig wird dadurch die Qualität des Kontaktes nach der Trennung sogar besser. Wenn der getrennt lebende Elternteil keinen regelmäßigen Kontakt hält und/oder zwischen den Eltern gravierende persönliche Schwierigkeiten bestehen, stellen sich viele Fragen: Was ist weniger schlecht für mein Kind – unregelmäßiger und unzuverlässiger Kontakt oder gar kein Kontakt? Für das Kind ist es in jedem Fall wichtig, den Kontakt zu halten, damit es weiß, woher es kommt und wer zu ihm gehört. Je selbstverständlicher und unkomplizierter man mit der Situation umgeht, desto besser kommen auch die Kinder damit zurecht. Auch kleinen Kindern hilft es, wenn man ihnen möglichst offen und klar erklärt, was mit ihnen passiert. Das Kind fühlt sich beiden Elternteilen gleich verbunden und sollte in keinen Loyalitätskonflikt gebracht werden. Dies sollte von den Eltern respektiert werden. Dazu gehört es auch, sorgfältig darauf zu achten, wie man im Alltag über den ehemaligen Partner spricht, und jede Abwertung zu vermeiden. Es ist oft hilfreich, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Auch die Familienberatung bietet Rat und Hilfe in Trennungssituationen.

Am Wochenende kommen die Kinder meines Mannes zu uns. Seine Ex-Frau weigert sich, uns Bekleidung und Essen für die Kinder mitzugeben. Ist das rechtens?

Die Mutter muss den Umgang der Kinder mit dem Vater unterstützen. Allerdings hat das Grenzen. Es gehört jedoch dazu, die Kinder bedarfsgerecht auszustatten. Was darunter zu verstehen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass die Mutter den Kindern über das hinaus, was unterwegs gebraucht wird, ihre Fläschchen, Gläschen usw. für das Wochenende mitgibt. Das Problem betrifft das schwierige Thema des Unterhalts, vielleicht ist das Verhältnis zwischen den Ex-Ehepartnern angespannt. Hier kann ein beratendes Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialsprengel hilfreich sein.

Ich bin alleinerziehend und muss aus Arbeitsgründen oft für einige Tage verreisen. Meine Töchter sind 20 und 13 Jahre alt. Kann ich die beiden alleine zu Hause lassen?

Ihre volljährige Tochter können Sie natürlich allein zu Hause lassen. Für Ihre jüngere Tochter stellt sich die Frage, ob sie in der Zeit Ihrer Abwesenheit in allen Bereichen gut versorgt ist. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass eine zur Betreuung geeignete volljährige Person zur Verfügung steht. Das kann natürlich unter den genannten Gegebenheiten auch Ihre große Tochter sein. Diese sollten Sie dann allerdings mit den nötigen Vollmachten ausstatten, damit sie in Notfällen handeln und entscheiden kann. Für weitere Informationen können Sie sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel wenden.

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