FAQs Geldsorgen

Wie viel Taschengeld müssen mir meine Eltern geben?

Die Eltern sind verpflichtet, ihre minderjährigen Kinder zu erhalten und mit den lebensnotwendigen Mitteln zu versorgen (Essen, Kleidung, Wohnen). Ob und wie viel Taschengeld sie dir geben, ist gesetzlich nicht geregelt, d.h. das können sie selbst entscheiden. Es ist wichtig, dass du den Umgang mit Geld lernst. Auch ist es wichtig, über Geld zu reden. Und je früher du den Umgang mit Geld lernst, umso besser ist es. Dies wären gute Argumente dafür, dass dir deine Eltern Taschengeld geben. Die unten angeführten Werte können als Orientierung dienen, denn die effektive Höhe des Taschengeldes hängt von mehreren Faktoren ab: Einstellung deiner Eltern, finanzielle Situation der Familie, Verwendungszweck (d.h. was alles mit dem Taschengeld bezahlt werden muss).
Bei Fragen kannst du dich gerne an Werner Niederbrunner von der Caritas-Schuldnerberatung oder an Young+Direct wenden.

Was kann passieren, wenn ich Schulden nicht bezahle? Was kann ich tun, wenn ich Schulden habe?

Schulden können gerichtlich eingeklagt werden. Das bedeutet, dass ein Rechtsanwalt über ein Gericht eine Zwangseintreibung beantragen kann. Die Sache wird auf jeden Fall teuer, denn zu den Schulden kommt einiges an Spesen (Rechtsanwaltskosten, Gerichtskosten usw.) dazu. Was tun? Den Kopf nicht in den Sand stecken! Melde dich schnellstens bei der Schuldnerberatung der Caritas. Die Beratung ist kostenlos und diskret.

Ich möchte mir ein Auto kaufen, habe aber nicht genug Geld. Auf was muss ich bei Ratenzahlungen und Krediten achten?

Vorbeugen ist besser als draufzahlen. Daher: Unterschreibe NIE, bevor du nicht Folgendes geklärt hast: Wie viel kostet der Kredit wirklich? Wie hoch ist der effektive Zinssatz (TAEG)? Dieser ist meist höher als der Nominalzinssatz (TAN), mit dem meist geworben wird. Ein „Nullzinssatz“ kann sich so als recht teuer erweisen – bedenke: Niemand hat ohne Gegenleistung etwas zu verschenken. Daher gilt: Angebote vergleichen und sich nicht stressen lassen. Kann ich mir die monatliche Rate überhaupt leisten? Rechne vorher gut durch und überlege, ob du überhaupt monatlich so viel Geld übrig hast. Infoblatt, Bedingungen zum Kredit und vor allem das Kleingedruckte gut durchlesen. Gibt es eine Alternative zum Kredit, d.h. wie dringend ist der Kauf? Könntest du stattdessen ansparen und warten, bis du das Geld beisammen hast?
Bei Fragen kannst du dich gerne an Werner Niederbrunner von der Caritas-Schuldnerberatung oder an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel wenden.

Wie komme ich mit meinem Geld bis zum Monatsende aus?

Verschaffe dir zuerst mit einem Haushaltsbuch, einer Ecxel-Tabelle, einer kostenlosen Haushalts- bzw. Taschengeld-App oder einfach in einem Heft einen Überblick über deine Ausgaben und Einnahmen.
Schritt 1: Überlege dir, wie viel Geld du in einem bestimmten Zeitraum (z. B. Monat) zur Verfügung hast (Einnahmen).
Schritt 2: Nun kontrolliere deine Ausgaben. Schreibe dir zuerst die Fixausgaben auf (wie etwa Spesen für Miete, Telefon oder Auto).
Schritt 3: Rechne aus, was noch übrig bleibt. Dieser Betrag ist für alle veränderlichen Spesen (wie etwa Ausgehen, Freizeit) gedacht. Teile ihn durch 4,5: Nun hast du den Betrag, den du pro Woche verwenden kannst.
Schritt 5: Vergiss nicht, eine kleine Summe als Reserve oder „Notgroschen“ auf die Seite zu geben.
Schritt 6: Da du nun genau weißt, wie viel du ausgibst, kannst du herausfinden, ob und wie viel du bei den einzelnen Ausgaben sparen kannst.
Bei Fragen kannst du dich gerne an Werner Niederbrunner von der Caritas-Schuldnerberatung oder an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel wenden.

Wie kann ich mein Kind zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld erziehen?

Reden Sie mit Ihren Kindern über Geld – z. B. was Lebensmittel und Wohnungsspesen kosten oder wie lange man arbeiten muss, um sich ein neues Auto leisten zu können. Geben Sie Ihrem Kind Taschengeld: Der Umgang damit ist eine gute Übung für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und eine sinnvolle Geldeinteilung. Die Höhe des Taschengeldes bestimmen Sie natürlich selbst und sie ist abhängig von Ihrer persönlicher Einstellung, dem Reifegrad und den Bedürfnissen des Kindes, der Situation der Familie und dem Verwendungszweck. Die unten angeführte Tabelle zeigt Ihnen einige „Orientierungswerte“ auf.
Bei weiteren Fragen können Sie sich an Werner Niederbrunner von der Caritas-Schuldnerberatung wenden.

Hafte ich als Elternteil für die Schulden meines Kindes?

Solange Ihr Kind noch minderjährig ist, darf es keine Verträge abschließen (z. B. Kreditverträge, Kaufverträge) und somit auch keine Schulden machen. Falls dies doch passiert sein sollte, können Sie die Annullierung des Vertrags vor Gericht beantragen. Etwas anderes ist es, wenn Minderjährige einen Schaden gegenüber Dritten verursachen. Hier haften in der Regel die Eltern in ihrer Funktion als Erziehungsberechtigte gemeinsam mit dem/der Minderjährigen. Eine Haftpflichtversicherung ist hier auf jeden Fall zu empfehlen, eventuell auch eine Rechtsschutzversicherung! Sobald jemand aber volljährig ist, haftet grundsätzlich nur er/sie allein für die Schulden, es sei denn, ein Dritter (Eltern, Freund u.a.) hat für die Schuld gebürgt, also eine eindeutige Haftung unterschrieben.
Bei weiteren Fragen können Sie sich an Werner Niederbrunner von der Caritas-Schuldnerberatung oder an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel wenden.

Ich kann an einer Lehrfahrt meiner Klasse nicht teilnehmen, weil meine Eltern das Geld dafür nicht haben. Was soll ich tun?

Sprich mit deiner Klassenlehrerin bzw. deinem Klassenlehrer oder mit einer Vertrauenslehrperson darüber. Liegt das Einkommen deiner Eltern unter einem bestimmten Wert, dann besteht die Möglichkeit, dass die Schule die gesamten oder einen Teil der Kosten der Lehrfahrt übernimmt. Auch der Sozialsprengel unterstützt bedürftige Familien. In diesem Fall gilt ebenfalls, dass die Unterstützung vom Einkommen deiner Eltern abhängt.

Wie kann ich meinem Kind erklären, dass wir uns vieles nicht leisten können, was sich andere Familien leisten?

Kinder und Jugendliche orientieren sich häufig an dem, was Gleichaltrige besitzen und erleben, auch durch die Medien, was sie alles haben könnten. Es ist wichtig, dass sie mit ihren Kindern über die sinnvolle Verwendung von Geld und den verantwortungsvollen Umgang mit Geld sprechen und dass ihre Kinder dies auch lernen. Haben sie finanzielle Probleme, aufgrund derer sie ihren Kindern nicht das bieten können, was sie ihnen eigentlich bieten möchten? In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie offen mit ihren Kindern darüber sprechen und dass sie ihnen die Gründe dafür erklären (z. B. vorübergehende finanzielle Belastung durch einen Kredit, Arbeitslosigkeit).
Beratend zur Seite stehen Ihnen dabei die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Familienberatung sowie jene der Sozialsprengel.

Ich kann mir in meiner Freizeit nicht das leisten, was sich meine Freunde leisten. Was soll ich machen?

Viele Freizeitangebote kosten Geld, aber nicht alle. Es gibt mit Sicherheit auch Angebote, die dir Spaß machen und die wenig oder nichts kosten. Schau dich nach solchen Angeboten um. So finden Kinder und Jugendliche zum Beispiel bei Jugendgruppen und Jugendtreffs (www.jugenddienst.it) kostengünstige oder kostenlose Angebote. Die Caritas (ferien@caritas.bz.it bzw. www.caritas.bz.it) hingegen bietet Kindern und Familien günstige Meeraufenthalte an.

Wie lange müssen die Eltern für mich zahlen?

Deine Eltern müssen für dich bis zu deiner wirtschaftlichen Unabhängigkeit zahlen, das bedeutet nicht nur bis zur Volljährigkeit, sondern bis zur Beendigung deiner Ausbildung. Dabei werden die durchschnittlichen Ausbildungszeiten als Kriterium benutzt, wenn du also Medizin studierst wirst du länger unterstützt werden müssen, als wenn du eine Lehre machst. Du musst auch nachweisen, dass du das Studium mit Fleiß und Effizienz absolvierst. Wenn du aber bereits eine Zeit lang wirtschaftlich unabhängig und voll erwerbstätig warst und dann wieder ein Studium beginnen möchtest, sind deine Eltern nicht mehr verpflichtet, dich dabei finanziell zu unterstützen.
Informationen dazu erhältst du beim Amt für Ausbildungs- und Berufsberatung sowie von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel.

Meine Eltern sind getrennt: Wofür wird der Unterhalt verwendet? Erhalte ich den Unterhalt?

Den Unterhalt bekommt der Elternteil, bei dem du wohnst, und dieser wird für alle anstehenden Kosten verwendet, die damit in Zusammenhang stehen (Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung usw.). Zum Unterhalt kommen dann noch die außerordentlichen Spesen dazu. Außerordentliche Spesen sind keine alltäglichen Spesen, so z. B. Spesen für die Gesundheit (Brille, Zahnspange, Arztrechnung), Ausflüge der Schule, Führerschein und mehr. Diese werden im Normalfall je zur Hälfte von beiden Elternteilen übernommen. Bis zu deiner Volljährigkeit bekommt der Elternteil, bei dem du wohnst, den Unterhalt, ab der Volljährigkeit dann du.
Genauere Informationen dazu können dir die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel geben.

Ich will ausziehen: Bekomme ich einen Mietbeitrag?

Studenten bekommen keinen Mietbeitrag. Wenn du das erste Mal von zu Hause ausziehst, bekommst du das erste Jahr nur die Hälfte des Mietbeitrages, der dir laut Berechnung zusteht. Wenn deine Eltern eine Zweitwohnung besitzen, die sie an andere Personen vermieten, erhältst du keinen Mietbeitrag. Auch darfst du selbst nicht Eigentümer einer Wohnung sein oder enger mit dem Vermieter verwandt sein. Berechnet wird die Höhe des Beitrages laut deinem Einkommen und deinen Ersparnissen.
Genauere Informationen zur finanziellen Sozialhilfe erhältst du von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Sozialsprengel.

Um was kann bei der finanziellen Sozialhilfe angesucht werden?

Die finanzielle Sozialhilfe der Bezirksgemeinschaft unterstützt Familien und Alleinstehende in Not. Diese Unterstützung besteht in einem monatlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Familienlebens und des Haushalts, der sich nach dem Einkommen richtet. Einbezogen werden auch die Einkommen der Herkunftsfamilie, welche im Falle einer Notsituation der „Kinder“ laut Harmonisierungsgesetz für diese aufkommen müssten. Es gibt auch Beiträge für Mieten und Wohnnebenkosten, Sozialleistungen für Minderjährige zur Unterstützung der familiären und sozialen Eingliederung sowie Beiträge für Pflegefamilien. Auch der Antrag um Unterhaltsvorschuss kann hier gestellt werden.

Welche außerfamiliäre Kinderbetreuung gibt es? Kann ich dafür einen Zuschuss erhalten?

Als Möglichkeiten für die außerfamiliäre Kinderbetreuung bis zum Kindergartenalter kommen Kinderhorte, Kindertagesstätten, Tagesmütter, Leihomas und -opas, Eltern-Kind-Zentren und andere Babysitter in Frage. Der Kinderhort ist ein sozialpädagogischer Dienst, welcher die harmonische Entwicklung des Kindes von 3-36 Monaten innerhalb einer fixen Gruppe mit pädagogischer Begleitung fördert und eine qualifizierte Betreuung garantiert. Das Hauptanliegen der Sozialgenossenschaft TAGESMÜTTER ist eine qualifizierte Betreuung von Kindern durch ausgebildete Tagesmütter. Die Betreuung bezieht sich auf max. 6 Kinder pro Tagesmutter und läuft von morgens bis ca. 16 Uhr, individuell auch länger. Die Betreuung erfolgt im familiären Umfeld und ermöglicht dem Kind, eine innige Beziehung zur Tagesmutter bzw. den anderen Tageskindern aufzubauen. Bei den jeweils zuständigen Bezirksgemeinschaften – Abteilung für finanzielle Sozialhilfe – können Mütter und Väter um einen Zuschuss für diese oben genannten Kinderbetreuungsstätten ansuchen. Für die Tagesmütter gibt es nur bis Ende des 4. Lebensjahres des Kindes eine Reduzierung. Weiters kann man bei der Gemeinde, in der man den Wohnsitz hat und das Kind den Kindergarten bzw. die KITA besucht, um einen Freibetrag bzw. um einen Mensazuschuss ansuchen.

Richtwerte Taschengeld

Alter

6-7 Jahre
8-9 Jahre
10-11 Jahre
12-13 Jahre
14-15 Jahre
16 Jahre
17 Jahre
18 Jahre

Richtwert wöchentlich

1,5-2 Euro
2-3 Euro
3-4 Euro

Richtwert monatlich



12-15 Euro
15-20 Euro
20-25 Euro
30-35 Euro
40-45 Euro
50-65 Euro

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