FAQs Persönliche / Soziale Schwierigkeiten

Ich bin nichts wert.

Falls du dieses Gefühl hast, ist es wichtig, mit jemandem darüber zu sprechen. Wende dich an deine Eltern oder an eine Lehrperson deines Vertrauens. Auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Young+Direct kannst du kontaktieren. Gemeinsam werdet ihr herausfinden, wo deine Stärken sind und was dich besonders macht.

Ich habe keine Freunde.

Jeder Mensch braucht Menschen, mit denen er reden oder etwas unternehmen kann. Vertrau einer Lehrperson deinen Wunsch nach Freunden an. Vielleicht kann sie dich unterstützen, in der Klasse mehr Kontakt zu anderen zu finden. Vielleicht findest du in einem Verein Kinder oder Jugendliche mit ähnlichen Interessen. Auch ein Jugendtreff, wie es ihn in vielen Dörfern oder Städten gibt, bietet Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Jugendarbeiter oder Jugendarbeiterinnen stehen dir dabei zur Seite. Hab keine Angst, allein hin zu gehen. In der Familienberatungsstelle gibt es ein Angebot, in denen du in einer Gruppe lernen kannst, auf andere Kinder oder Jugendliche zuzugehen. Auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Young+Direct hören dir gerne zu.

Ich, Iqbal, finde keine einheimischen Freunde. Was kann ich tun?

Es ist wichtig, dass du dich traust andere Kinder und Jugendliche anzusprechen. Rede mit deinen Eltern, ob du auch mal jemanden nach Hause einladen darfst. Frage deine Lehrpersonen, ob du in einer Unterrichtsstunde das Heimatland deiner Eltern vorstellen kannst, und gib so deinen Mitschülern und Mitschülerinnen die Möglichkeit, deine Kultur, deine Musik, dein Essen, deine Lebensart kennen zu lernen. So öffnen sich Türen zu Begegnung und Freundschaft. Dabei unterstützen können dich die Familienberatung, die Koordinierungsstelle für Integration, die interkulturellen Mediatoren oder young+direct.

Bei mir zu Hause ist ziemlich viel los: Meine Oma hat Alzheimer, meine Eltern setzen mich ständig unter Druck und ich leide unter Liebeskummer. Ich halte es nicht mehr aus und nun hat eine Freundin meine Narben entdeckt, da ich mich ab und zu ritze. Was soll ich tun?

Bei dir ist derzeit einiges los und es belastet dich sehr. Vielleicht gibt es jemanden in deinem Umfeld, der Zeit hat für dich, dir zuhört und dich verstehen kann. Überlegt gemeinsam was dir in dieser Zeit gut tun könnte, dir Freude bereiten könnte, wo du einen guten Platz finden könntest. Tritt dadurch keine Besserung ein und dein Verhalten ändert sich nicht, suche dir eine professionelle Unterstützung. Diese erhältst du beim Psychologischen Dienst, bei der Fachambulanz der EOS Sozialgenossenschaft oder bei der Familienberatungsstelle.

Ich kann mir keine Markenkleidung leisten und bin deshalb in der Schule ein Außenseiter. Was kann ich tun?

Sprich mit deinen Lehrpersonen darüber und erkläre ihnen, dass du dich in deiner Klassengemeinschaft nicht wohl fühlst. Sollte die Ausgrenzung über einen längeren Zeitraum andauern und so weit gehen, dass man von Mobbing sprechen kann, ist dies umso wichtiger. Sprich in diesem Fall auch mit deinen Eltern oder mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von young+direct. Überlege dir auch, ob die Anerkennung von Mitschülern und Mitschülerinnen, die dich nur wegen deiner Kleidung mögen, für dich wertvoll ist. Was die Wahl deiner Kleidung betrifft, entwickle deinen eigenen Stil. Und das ist auch möglich, wenn du keine Markenkleidung trägst.

Kann ich zu meiner Schwester/meinem Bruder ziehen?

Üblicherweise liegt das Sorgerecht bei deinen Eltern, daher entscheiden sie über deinen Aufenthalt. Wenn du noch minderjährig bist und zu deiner volljährigen Schwester oder zu deinem volljährigen Bruder ziehen möchtest, so geht das nur mit Zustimmung deiner Eltern, die auch die Kosten für den Umzug und den Lebensunterhalt zu tragen hätten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialsprengel können dir und deiner Familie beratend zur Seite stehen.

Ich bin oft traurig, habe schlechte Laune und habe auf nichts Lust

Gerade im Jugendalter sind Stimmungsschwankungen häufig. Manchmal kann die schlechte Laune oder die Traurigkeit grundlos auftreten, manchmal kann es aber auch Gründe dafür geben. Wichtig wäre es, die Gründe und Ursachen zu kennen, damit du versuchen kannst, ihnen entgegenzuwirken und herauszufinden, was dir in solchen Momenten helfen kann. Dauert die schlechte Laune, Lustlosigkeit oder Traurigkeit über einen längeren Zeitraum an, wäre es ratsam, dass du dich mit einer Fachperson der EOS, der Familienberatungsstelle oder des Psychologischen Dienstes besprichst.

Ich mache mir ständig Sorgen und habe Angst, dass mir oder jemandem aus meiner Familie etwas passiert.

Es gibt Situationen, in denen man sich zu Recht Sorgen macht und gewisse Ängste auch berechtigt sind. Es kann aber auch sein, dass Ängste und Sorgen da sind, wenn es gar keinen Grund dafür gibt. Dies kann psychisch sehr anstrengend und quälend sein und deinen Alltag massiv beeinträchtigen. Sollten die Ängste dein Leben zu sehr beeinflussen, kann es sinnvoll sein, mit einer Fachperson darüber zu sprechen, um zu schauen, was du gegen die Ängste machen kannst und was die Ursachen dafür sein könnten.

Mein Kind hat in der Schule keine Freunde

War das immer schon so? Gibt es einen aktuellen Grund dafür (Umzug, neue Klasse …)? Ist es im Freizeitbereich auch alleine?
Freunde kann niemand erzwingen, Freundschaften beruhen auf Gegenseitigkeit und brauchen oft eine gewisse Zeit, bis sie sich entwickeln können. Fragen Sie bei den Fachkräften im Kindergarten, bei den Lehrpersonen Ihres Kindes nach, woran es liegen könnte. Vielleicht hat Ihr Kind (noch) nicht einen angemessenen Umgang mit Gleichaltrigen gelernt? Lehrpersonen können durch Partner- oder Gruppenarbeiten, durch soziale Aktivitäten dazu beitragen, dass Ihr Kind seine Mitschüler und Mitschülerinnen besser kennenlernen kann. Auch eine Aktivität in einer Freizeitgruppe (Sportverein, Alpenverein, Musikschule, Pfadfinder, Jungschar …) bietet viele Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen. Sie können auch Kinder zu sich nach Hause einladen, mit Ihrem Kind auf den Spielplatz, ins Schwimmbad … gehen. Es gibt auch Angebote in der Familienberatungsstelle, in denen Ihr Kind lernen kann, auf andere Gleichaltrige zuzugehen.

Ich, Vater einer jugendlichen Tochter, habe Schwierigkeiten mit einer Lehrperson

Als Elternteil haben Sie mit vielen verschiedenen Lehrerpersönlichkeiten zu tun. Nicht mit allem werden Sie einverstanden sein. In den meisten Fällen bleibt die Lehrperson für eine bestimmte Zeit eine Bezugsperson Ihres Kindes und Ihr Kind muss mit ihr zurechtkommen. Vermeiden Sie Ihrem Kind gegenüber Kritik an der Lehrperson. Suchen Sie vielmehr so bald wie möglich das Gespräch mit der Lehrperson. Bleiben Sie sachlich im Ton, aber klar in Ihren Aussagen. Sehr hilfreich ist es, wenn Sie sich schriftlich auf das Gespräch vorbereiten und versuchen, die Arbeit der Lehrperson (oder Teile davon) auch wertzuschätzen. Für ein klärendes Gespräch im Vorfeld oder auch die Vorbereitung des Gesprächs selbst können Sie sich an die Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen des Pädagogischen Beratungszentrums wenden.

Mein jugendlicher Sohn arbeitet als Lehrling in einer Tischlerei. Mir fällt auf, dass er sich wegen eines Konfliktes mit einem Arbeitskollegen immer mehr zurückzieht. Er teilt mir mit, dass er sich ausgenützt und ausgegrenzt fühlt und kurz vor einem emotionalen Abbruch steht.

Reden Sie mit Ihrem Sohn, ob er will, dass Sie ihm helfen. Sie können direkt mit dem Arbeitskollegen oder mit dem Vorgesetzten reden. Wichtig ist es, sachlich zu bleiben, aber die Probleme trotzdem klar anzusprechen.
Eine Möglichkeit ist auch, den Sozialsprengel zu kontaktieren und Ihre Sorge mitzuteilen. Mögliche Intervention von Seiten des Sozialsprengels: Kontaktaufnahme mit dem Jugendlichen. Nach dem Erstgespräch mit dem Jugendlichen entscheidet dieser, ob er weitere Hilfe annehmen will. Er kann weiterhin einige Gespräche mit der Mitarbeiterin des Sprengels führen, wo er Tipps bekommt, wie er die Situation besser bewältigen kann, oder er willigt ein, dass die Mitarbeiterin des Sozialsprengels einen Termin beim Psychologischen Dienst vereinbaren.

Unser Kind zeigt ein auffälliges Verhalten mit Unruhe und Schwierigkeiten in der Konzentration sowie in der Ausdauer. Wann ist eine Abklärung notwendig?

Es gibt mehrere Ursachen für das oben genannte auffällige Verhalten, diese reichen von der Überforderung mit der momentanen Lebenssituation bis hin zum Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Ein ADHS soll vor allem dann abgeklärt werden, wenn über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten Unaufmerksamkeit, starke Unruhe (Hyperaktivität) und Impulsivität in den verschiedenen Lebensbereichen vorliegen. Dadurch kann die Chance genützt werden, frühzeitig Entwicklungsverzögerungen und Probleme im sozialen Bereich der Kinder zu verhindern. Bezüglich der Abklärung und der Therapie können Sie sich an Ihren Basiskinderarzt oder ihren Hausarzt, an den Dienst für Psychologie und Psychotherapie, an den Dienst für Kinderrehabilitation oder an die Familienberatung wenden.

Die Eltern kommen Ihren Erziehungsaufgaben nicht nach

Falls Sie den Eindruck haben, dass Eltern Ihren Erziehungsaufgaben nicht oder nicht ausreichend nachkommen, suchen Sie das Gespräch mit ihnen. Laden Sie sie freundlich ein und teilen Sie ihnen Ihre Beobachtungen mit, die Sie im Vorfeld - mit Angabe des jeweiligen Datums - gesammelt haben. Geben Sie Ihrer Sorge um die Entwicklung des Kindes Ausdruck. Vermeiden Sie Angriffe und Schuldzuweisungen und bleiben Sie in Ihrer Rolle als Lehrperson. Familien durchleben oft schwierige Phasen, in denen Eltern manchmal die Kraft fehlt, sich gut um die Kinder zu kümmern. Sie können Eltern auch auf andere Dienste (Familienberatungsstelle, Sozialdienste, Pädagogisches Beratungszentrum) verweisen, wenn Sie glauben, dass die Eltern Unterstützung benötigen. In der Vorbereitung auf das Gespräch können Sie sich auch Unterstützung beim Pädagogischen Beratungszentrum holen. Falls sich an der Situation nichts ändert und das Kindeswohl gefährdet ist, können Sie Ihre Beobachtungen an den Sozialdienst weiterleiten. Kündigen Sie das auch den Eltern an.

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